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Sind Kürbisse giftig ?

Was macht den Kürbis zum Speisekürbis,
wann ist er ungenießbar, gar giftig ?

Der überwiegende Teil der heute angebotenen Kürbis-
sorten ist hervorragend als Speisekürbis geeignet.
Einige Sorten sind qualitativ weniger gut geeignet und
ganz wenige Sorten enthalten einen Giftstoff.

Es konnte eigentlich nicht mehr lange dauern, und im
Fernsehen wurde von Kürbisvergiftungen berichtet.

Rechts : Indian Mix, ein “echter Zierkürbis” enthält
den Bitterstoff Cucurbitacin und sollte nicht verzehrt
werden.

Küche

Wir wollen hier einmal im einzelnen darauf eingehen, ob, wann und was an einem Kürbis eigentlich
giftig sein kann.

Eine der vielen Arten, Cucurbita pepo, zu der z.B. auch die Zucchini gehören, können den Bitterstoff
Cucurbitacin enthalten.

Alle anderen Arten, also hier als Speisekürbis besonders interessant, die C. maxima und die C. moschata, kreuzen sich absolut nicht mit C. pepo, können deshalb auch diesen Bitterstoff nicht enthalten.

Es ist deshalb auch nicht nachvollziehbar, das im Fernsehen in einer nachgestellten Szene ein Uchiki Kuri
zubereitet wird, durch den die Tochter später Vergiftungserscheinungen davonträgt.

Woher kommt der Bitterstoff  Cucurbitacin, was verursacht er ?

Cucurbitacin ist ein Stoff, der ursprünglich in vielen Sorten der Art C. pepo enthalten war. Bereits die Indianer fanden heraus, das es auch bitterstoffreie Varianten gab und züchteten diese Cucurbitacin-
freien Sorten weiter.

Im heutigen Handel sind noch etwa 20 Sorten, die Cucurbitacin enthalten.
Diese werden auch häufig als “echte Zierkürbisse” bezeichnet und so findet man diese Sorten auch in unserem Shop in dieser Kategorienbezeichnung.
Dazu zählen Warzenmischung,Kronenmischung, Indian Mix, Flat striped, Pear bicolor und weitere.
Es sind allemale sehr schöne Kürbisse, die zugleich auch recht klein sind, also aufgrund ihrer Größe für die Küchenverwendung schlecht geeignet sind.
Hinzu kommt auch, das diese Sorten wenig und auf den ersten Blick auch schlechtes Fruchtfleisch ent-
halten.

Aber auch gute Speisekürbisse können sehr schön sein, z.B. die bunten Acorns.
Schönheit ist also keinerlei Indiz für den Bitterstoff Cucurbitacin.

Cucurbitacin wirkt bei Verzehr reizend auf die Magenschleimhäute. Je nach Verzehrmenge treten
Unwohlsein, Magenbeschwerden, Übelkeit und Durchfall auf, tödlich wirkt es nicht.
Es gibt wohl aber auch Menschen, die, obwohl das fertige Gericht bitter schmeckt, brav weiter essen
(in besagter Fernsehsendung) und danach 2 Tage zur Beobachtung stationär behandelt werden müssen.

Wie erkenne ich Cucurbitacin ?

Kürbisfleisch, das Cucurbitacin enthält, riecht und schmeckt leicht bitterlich.

Wenn ein Sterne-Fernsehkoch vor dem Zubereiten ein rohes Stück verkostet, so ist dies mehr als recht,
nur sollte es dann nicht ein Stück Muskatkürbis sein, der diesen Bitterstoff gar nicht beinhalten kann.

Die Methode der Rohverkostung sollten Sie bei Verdacht auch durchführen, es ist die sicherste Methode
im Verdachtsfalle, bevor man die Arbeit der Zubereitung investiert hat.
Verwendbares Kürbisfleisch riecht und schmeckt neutral bis leicht süßlich und aromatisch.

Welche Kürbisse können den Bitterstoff enthalten ?

Wie beschrieben, sind Vertreter der C. pepo betroffen, also etwa 20 Sorten dieser Gruppe beinhalten ihn
von Natur aus und sollten nicht verzehrt werden.
Zur Gattung C. pepo zählen aber auch Zucchini, Veg. Spaghetti, Patissons, die Gruppe der Halloween-
kürbisse und die Gruppe der Acorns.

Jetzt sollten Sie keine Angst bekommen, problematisch wird es bei diesen Sorten nur, wenn Sie Samen, selbst entnehmen und diese im nächsten Jahr zu Speisezwecken pflanzen wollen.
Sortenreine Samen dieser C. pepo können kein Cucurbitacin enthalten, nur eingekreuzte Samen.

Die Vetreter der C. pepo kreuzen sich nämlich unkontrollierbar und Bienen fliegen bis zu 2 km weit.
Es reicht also, wenn der Nachbar oder einige hundert Meter weiter liegende Gärtner Zierkürbisse in
seinem Garten hat, um Ihre Zucchini damit zu bestäuben.
 
Es hat allerdings erst Einfluß im darauffolgenden  Jahr, die eben gebildete Frucht ist davon nicht betroffen, lediglich die Samen beinhalten diese Anlage genetisch.
Da man bei eigener Samenernte nie genau weiß, was dabei herauskommt, sollte man ruhig das Geld für
Samen anlegen und die richtige Sorte Saatgut kaufen. Denn, wenn sich auch der Bitterstoff Cucurbitacin
nicht einkreuzt, das Ergebnis der Eigenvermehrung ist meistens von schlechterer Qualität.

Zum Abschluß noch die Sendung, auf die wir uns hier mehrfach beziehen :

Planetopia, SAT1, ausgestrahlt November 2003. Von journalistischer Recherche kann man bei diesem
Beitrag wohl kaum sprechen, eher von oberflächlicher Recherche, denn, Kürbis ist nicht gleich Kürbis
und der Kürbis ist nicht für die Dummheit oder den nicht vorhandenen Sachverstand von Menschen
verantwortlich

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