Tips und Tricks zur Riesenkürbiskultur

Unser wichtiger Hinweis : alles hier veröffentlichte ist ohne Gewähr, wir haben vor ca. 10 Jahren mit der Züchtung begonnen und sollten sich Änderungen oder Verbesserungen ergeben, werden wir diese natürlich nachreichen. Die Kulturführung ist nach zeitlichem Ablauf gegliedert, wir beginnen mit den

 

1. Grundlagen der Kürbis-Kulturführung

 

Der Kürbis ist aufgrund seiner Herkunft eine wärmeliebende Pflanze. Die Schlußfolgerungen daraus ergeben, neben der Frostempfindlichkeit, eine Abhängigkeit des Wachstums von der Wärme- und der Lichtmenge. Diese Grundlage kann jeder Hobbygärtner nach vollziehen, so geht man wachstumsmäßig davon aus, das 1 Tag Sommerwetter mit 28 °C 3 Tagen mit 15° C und Regen gleichzusetzen sind. Jeder Hobbygärtner weiß jedoch auch welchen Streß wochenlanger Hochsommer für Pflanzen bedeuten können. Unter Umständen kann es in unseren klimatischen Verhältnissen entscheidend sein, die Pflanzen vor den Extremen zu schützen und Ihnen ein Optimum zur Verfügung zu stellen. So ist es sinnvoll, die Kürbispflanze im Frühjahr, bei den noch kühlen Nächten, mit einem Verfrühungsvlies zu schützen. Der Effekt ist enorm, der Wachstumsvorssprung kann bis zu 3 Wochen betragen.

Da der Kürbis auch einen Anspruch an die Bodentemperatur stellt, ist es auch sinnvoll, ihn in eine schwarze Mulchfolie zu pflanzen. Diese ermöglicht gerade im Frühjahr eine schnelle Bodenerwärmung und damit ein beschleunigtes Wachstum. In einem verregneten Sommer kann es sinnvoll sein, den

Kürbis (nicht die ganze Pflanze) zu schützen. Dieser Schutz kann auch vor zu großer Sonneneinstrahlung schützen. Ebenfalls hält sich abends unter diesem Schutzdach auch die Wärme besser. Der geeignetete Boden ist durchläßig, humos (mit Kompost verbessert) und verfügt über einen PH-Wert zwischen 6,5 und 7. Sollten Sie diese Vorraussetzungen bei sich nicht haben, so lassen Sie sich in einem Gartencenter in Ihrer Nähe beraten. Diese können eine Bodenprobe bearbeiten, und Ihnen Tips zur Verbesserung geben. Kürbisse sind sehr nährstoffbedürftig. Ein Einarbeiten von gutem Kompost in den Boden verbessert also nicht nur die Bodenstruktur, sondern schafft auch eine solide Basis der Nährstoffversorgung in mineralischer Form. Bei den 3 Hauptnährstoffen Stickstoff, Kali und Phosphor ist im Laufe der Kultur ein erhöhter Kalibedarf zu berücksichtigen. Eine gute Kalkulationsgrundlage bietet Ihnen auch hier eine Bodenprobe, bzw. Ihre gute Bodenkenntnis und die Kenntnis der Vorkulturen. Wir wollen hier aber keine Seiten über Düngerlehre schreiben, sondern über die Riesenkürbiszüchtung, deshalb geben wir folgende Empfehlung. Eingearbeiteter Kompost ist eine gute Grundlage, durch die laufende Mineralisierung werden während des gesamten Sommers Nährstoffe freigesetzt. Eine Grunddüngung vor der Pflanzung ist mit einem Stickstoffbetonten Dünger (Blaukorn) zu empfehlen. Diese Düngung mit etwa 80 g/qm reicht für etwa 6 Wochen. Achtung ! Dünger immer breit streuen und diesen dann einarbeiten. Nach 6 Wochen verwendet man am besten einen Kalibetonten Dünger (etwa 60 g/qm) der auch breit gestreut und eingearbeitet wird. Ebenso ist die Ausbringung von Kali Dünger, z.B. Kali-Magnesia im Winter zu empfehlen.

 

2. Aussaat :

 

Hat man einen oder mehrere der kostbaren Samen erworben, geht man folgendermaßen vor : Der richtige Termin zur Aussaat ist Mitte bis Ende April. Früher sollte man nicht aussäen. Zur Aussaat benutzt man am besten einen 8-9 cm großen Kunststofftopf und füllt ihn mit schwach aufgedüngter Aussaaterde (im Handel erhältlich). Gesät wird immer nur ein Samen per Topf. Dieser wird so tief gesteckt, daß er gerade nicht mehr zu sehen ist. Die Amerikaner präparieren ihre Samen vor der Aussaat. Dabei werden die hartschaligen Samenkörner entweder vorsichtig angefeilt oder für 24 Stunden in warmen Wasser zum Aufquellen gelegt. Wir haben es noch nicht probiert, wir haben die Körner einfach in die Töpfe gesteckt. Wichtiger ist das Aufstellen der frisch besäten Töpfe an einem warmen Ort. Er sollte mindestens 15° C, besser 20° C haben. Er kann auch etwas dunkler sein. Wichtig : Nach der Keimung sofort heller stellen und wenn möglich auch etwas kühler. So kann sich die junge Pflanze langsam und gut entwickeln. Etwa 3-4 Wochen nach der Aussaat sind die Pflanzen groß genug für das Freiland. Sie haben jetzt 2-3 richtige Laubblattpaare entwickelt. Am besten härtet man sie im Freiland für eine Woche ab.

 

3. Pflanzung

 

Die Bodenvorbereitung haben wir Ihnen weiter oben bereits beschrieben, wichtig ist ein vollsonniger Platz. Rechnen Sie je Kürbispflanze der Sorte Atlantic Giant mindestens 5 qm Platz ein, wenn Sie einen Rekordkürbis züchten wollen. Besser sind 10 qm. Nach dem Pflanzen (Achtung, letzte Nachtfröste beachten), giessen Sie den Setzling vorsichtig, langsam und gründlich an. Bewährt hat sich auch das Pflanzen in Mulchfolie. Sie hält die Fläche Unkrautfrei und erwärmt den Boden rund um den Kürbis zusätzlich. Giessen Sie den Kürbis zu Beginn während Trockenzeiten regelmäßig und gründlich.

 

4. Auswahl der Blüten zur Bestäubung

 

Wenn Sie einen Riesenkürbis züchten möchten, dürfen Sie nichts dem Zufall überlassen. Es dürfen höchstens 2 Früchte je Pflanze heranreifen, besser ist eine Frucht, der Sie die ganze Aufmerksamkeit schenken müssen. Diese eine Frucht bedarf einer besonderen Vorbereitung. Für diese Frucht müssen Sie eine besondere weibliche Blüte auswählen. Die weibliche Blüte erkennen Sie daran, das der Kürbis dahinter bereits in Mini-Form angelegt ist.

Nehmen Sie nicht die erstbeste, die sich findet, oder zu blühen beginnt. Wählen Sie eine aus, die etwa 1,5 -2 Meter von der Hauptwurzel entfernt ist (Pflanzstelle). Beachten Sie die Lage der Blüte, bedenken Sie die Größe der zu erwartenden Frucht und stellen Sie sicher, das die Frucht sich an-

schliessend gut entwickeln kann. Besonders der Fruchtstiel muß so liegen, das er nicht abbrechen kann. Ebenso sollten Sie sichergehen, das die Blüte nicht bereits bestäubt wurde. Darum wählen Sie am besten eine weibliche Blüte aus, bevor sie sich öffnet. Wenn sie groß genug ist, verhüllen Sie diese Blüte mit einem insektensicheren Schutz, z.B. einem Stück Vlies. Beobachten Sie die Blüte, wenn Sie sich öffnet, bestäuben Sie sie mit einer männlichen Blüte. Bei der männlichen Böüte wählen sie eine geöffnete aus, brechen sie ab und entfernen die Blütenblätter, so das die Pollen frei liegen. Zur Bestäubung entfernen Sie den Insektenschutz und reiben den Pollen vorsichtig mehrmals über die weibliche Narbe ( im Zentrum der Blüte ). Nach erfolgter Bestäubung verschliessen Sie die Blüte wieder vorsichtig insektensicher. Dieser Schutz bleibt noch etwa 2-3 Tage um die Blüte. Die Bestäubung hatte Erfolg, wenn der kleine Kürbis hinter Blüte wächst und nicht abfällt. Haben Sie mehrere Atlantic Giant-Samen, so verwenden Sie besser eine männliche Blüte einer anderen

Pflanze zur Bestäubung. Da Kürbisse zwitterblütig sind, können Sie allerdings auch die Blüten einer einzigen Pflanze zur Bestäubung verwenden.

 

5. Aufzucht der Frucht

 

Ist die Bestäubung geglückt, wächst Ihr Kürbis in den nächsten Tagen rasant. Manche Kürbisse können bereits innerhalb von 7 Tagen Basketballgröße erreichen. Wenn Sie sicher sind, die richtige Blüte bestäubt zu haben und der Kürbis sich gut entwickelt, entfernen Sie alle

anderen weiblichen Blüten an der Pflanze. Sollte Ihr erster Versuch mißglückt sein, wählen Sie eine andere gut verwendbare Blüte zur Bestäubung aus und versuchen Ihr Glück mit dieser erneut. Während der Fruchtwachstumsphase achten Sie bitte auf eine gleichmäßige Wasserversorgung während heißer Tage. Ebenso ist eine flüssige Düngergabe wöchentlich mit einem kalibetonten Dünger sinnvoll. Wichtig : Nicht zu viel giessen und düngen, dies kann auch schaden. Ihre Pflanze hat jetzt enorme Blattmasse und 5m lange Ranken gebildet. Damit die Energie der Pflanze in die Fruchtgröße gelangt, dürfen Sie die Triebe nach 3-4 m einkürzen (abschneiden). So langsam wird es auch Zeit Ihren Schützling vor den Witterungseinflüßen zu schützen. Ist der Kürbis etwa 20-30 cm groß, so können Sie ihnauf eine (ausreichend große) Styroporplatte oder Decke legen. Dies schützt ihn gegen Bodenkälte. Immer wieder kommt es an sehr heißen Tagen zu Streßsituationen für die Pflanze, oder ein Hagelschauer macht all Ihre Bemühungen in 10 Sekunden zunichte. Zum Schutz können Sie den Kürbis überbauen. Zweckmäßig ist eine Folienkonstruktion, die über den Kürbis gebaut wird. Sie schützt ihn auch an kalten Sommertagen. Wichtig, der Folienschutz darf nicht zu klein sein, sonst git es an heißen Tagen Hitzestau. Am besten ist eine Dachkonstruktion mit einer geschlossenen Seite, zweckmäßig die Wetterseite. Zusätzlich können Sie die Folie an heißen Tagen mit Schattierleine bedecken. Beachten Sie auch die Windanfälligkeit der Konstruktion, bei einem ordentlichen Sommergewitter könnte sich der Überbau sonst sehr schnell verabschieden.

 

6. Ernten der Frucht

 

Nun ist es bereits Herbst und Sie müßen sich überlegen, wie Sie diesen Koloß ernten. Bedenken Sie, er wiegt zwischen 100 und vielleicht sogar über 300 Kg. Bei der Ernte gehen Sie je nach Größe am besten folgendermaßen vor : Schneiden Sie den Stiel ab, so das etwa 15 cm am Kürbis verbleiben. So dann müßen Sie ihn irgendwie anheben und transportieren, ohne ihn zu beschädigen. Dazu heben Sie ihn am besten vorsichtig und vielen Helfern auf eine Decke oder Tuch ( Jetzt stellen Sie auch fest, warum das Unterlegen des noch kleinen Kürbis von Vorteil ist ). Den Kürbis heben Sie gemeinsam mit dem Tuch auf eine ausreichend große Transportmöglichkeit, z.B. große Schubkarre. Am endgültigen Platz angelangt wird der Kürbis vorsichtig und gründlich gereinigt und präsentiert.